Begründung für den Rückzug aus meinem Projekt Figura

Im Folgenden möchte ich Ihnen die wesentlichen Gründe für meine Entscheidung darlegen.

Viele haben ein Konzept unterstützt, das unstreitig einen eigenständigen und hohen Wert besitzt. Ziel meiner Arbeit war es, für den Altkreis ein kulturell anspruchsvolles, langfristig wirksames Projekt zu schaffen mit wachsender Strahlkraft, hoher regionaler und überregionaler Wirkung und Vernetzung sowie klarem künstlerischem und internationalem Anspruch – auch im Hinblick auf das Ziel „Internationaler Hansetag 2036“.

Ich habe mein Wissen, meine Erfahrung und meine Arbeitskraft in den vergangenen anderthalb Jahren mit großem Engagement eingebracht. Das ist vielfältig bemerkt und gewürdigt worden. Planung, künstlerisches Konzept, Qualitätsanspruch, Netzwerkaufbau, Finanzierungskonzept sowie Markenentwicklung waren weit fortgeschritten.

Die Art und Weise, wie ich aus dem Projekt gedrängt wurde, kann ich nicht als seriös bezeichnen.

  1. Der Verein „Stiftung Europäischer Skulpturenpark e.V.“ hat unter eigenem Namen Bildmarkenrechte bei der DPMA beantragt.Sowohl Frau Dipl.-Des. Susanne Wolf aus Brakel als Urheberin von Logo und Design als auch ich haben dem schriftlich und mündlich widersprochen und die Nutzung untersagt. Von der Anmeldung erfuhren wir erst in der Besprechung am 04.02.2026.
  2. Der Verein, der sich Stiftung nennt, aber keine ist, möchte das Projekt unter dem von mir entwickelten Namen sowie mit dem von Frau Wolf gestalteten Logo fortzuführen. Das ist Urheberrechtsverletzung wie Aneignung geistigen Eigentums.
  3. Im Konzept wurden inhaltliche wie strukturelle Änderungen vorgenommen, die weder mit mir noch mit Frau Wolf abgestimmt waren. Beispielhaft sei die kurzfristige Verlegung des ersten Abschlussfestes genannt, von der ich erstmals am 22.01., also nachträglich erfuhr. Auf meine Rückfrage, wer das wann mit wem entschieden hat, wurde behauptet, das sei besprochen worden. Und von Herrn Scherf gewünscht. Beides entspricht nicht den Tatsachen.Jedes Konzept lebt von Veränderungen. Diese sollten aber in einem Team vorab gemeinsam besprochen und beschlossen sein. Das war nicht der Fall.

    Nach meinem Verständnis wurden so Fördermittel beantragt auf Grundlage eines veränderten und mit mir und uns allen nicht gemeinsam abgestimmten Konzepts. Das erscheint mir prüfungswürdig.

    Dass z.B. auch der ungenehmigte Markenschutzantrag auf eigenen Namen nach dem Bescheid des LEADER-Gremiums erfolgte, zeigt m. E., dass der Verein sich sicher fühlte, nun eigenständig agieren zu können.

    Meine Nichtbeteiligung als Urheberin der Idee wie des Konzeptes und Namens an der Präsentation vor dem LEADER-Gremium erfolgte aufgrund der unzutreffenden Aussage, meine Anwesenheit sei förderschädlich. Das glaubte ich und hielt mich zurück. Änderungen, auch am Finanzierungsplan, wurden also ohne Abstimmung vorgenommen; die beiden Damen des Teams und ich erfuhren davon erst am 04.02.2026.

    Auf entsprechende Einwände auf nicht abgestimmte Konzeptveränderungen wurde mir mitgeteilt, ich solle mich daran gewöhnen, das Projekt sei nun nicht mehr meines.

    Gleichzeitig blieben wichtige Fragen über Wochen unbeantwortet, sodass ich gegenüber bereits eingebundenen Künstlern und Partnern nicht handlungsfähig war.

    Einen solchen Umgang bin ich weder gewohnt noch halte ich ihn für verantwortbar.

    Damit erscheint mir auch das Crowdfunding überprüfungsbedürftig, da zahlreiche Unterstützer und Spender ihre Beiträge im guten Glauben und Vertrauen auf mein Konzept und die ursprüngliche Projektstruktur geleistet haben. Das muss nun die Bank entscheiden.

  4. Zum Abschluss des Meetings am 04.02. wurde mir ein Vertrag zur sofortigen und dauerhaften Abtretung sämtlicher Rechte vorgelegt; ein entsprechendes Dokument erhielt auch Frau Wolf für ihren Bereich Logo und Design (Vertrag als PDF).Wir halten diese Vereinbarungen für rechtlich und sittlich nicht akzeptabel und haben sie nicht unterzeichnet.Der Vertrag sieht keinerlei inhaltliche Zuständigkeit meinerseits vor, sondern ausschließlich einen vollständigen und dauerhaften Rechtsverzicht.

    Auf meine schriftliche Stellungnahme hierzu reagierte der Vorsitzende lediglich mit dem Hinweis, er wisse, wann er einen Anwalt aufzusuchen habe.

Dies bestätigte endgültig meine Entscheidung, das Projekt zu verlassen.

Die Tatsache, dass wir diese Verträge in dieser Form (Vertrag als PDF) erhalten haben ist der Beweis, dass sie keine Genehmigung und keine Rechteübertragung von uns erhalten haben.

Antworten auf entscheidende konzeptionelle Fragen wie den Umgang und die Entlohnung der einzuladenden Künstler oder der Musiker wurden weggewischt mit: „das werden wir schon richten“. Im Nachhinein stellen sich eine Reihe Vorkommnisse nun in anderem Licht dar. Und zwar so, dass sich insgesamt das Bild eines zielgerichteten Vorgehens ergibt mit dem Ergebnis, mich aus dem Projekt zu drängen und die Kontrolle vollständig zu übernehmen. Meine Entscheidung war daher konsequent.

Unabhängig davon bleibt festzuhalten: Name und Konzept stammen von mir, Logo und Design von Frau Wolf. Diese Urheberschaft ist eindeutig. Frau Wolf investierte rund 1.500 Arbeitsstunden, ich selbst etwa das Doppelte. Meine Pläne für Ambiente, Anspruch an die künstlerische Qualität, Internationalität und medialen Aufbau sind bereits weit gediehen gewesen, weiter als für die erste Durchführung – stets mit dem Blick auf das ferne Ziel.

Das Ergebnis dieses hohen Einsatzes liegt z.B. in einer bereits jetzt hohen Zahl an gewonnen Bildhauer:innen bis hin ins Ausland (z.B. Akademie der Künste Krakau).

Persönlich möchte ich anmerken: Ich wollte mein Können, mein Wissen und meine Einsatzfreude für den Altkreis nutzbringend eingeben. Niemand kam je auf eine solch inhaltsstarke, strategisch weitsichtige, detailreiche Ausformung einer Idee. Die Sparkasse prüfte den Finanzierungsplan und hatte so gut wie nichts zu optimieren. Es ist relativ selten, dass jemand eine so umfassende Idee dann auch noch in der Lage ist, umzusetzen. Meine Vorplanungen für die Qualität der Bildhauer, das Abschlussfest mit großartigen heimischen Musikern und einem anspruchsvollen Tagesprogramm wie auch einen bemerkenswerten Kunstmarkt für heimische Künstler anderer Genres hatten eigene Organisationsgruppen bereits geplant und waren weit gediehen. Der Marken- wie Bekanntheitsaufbau – zum Nutzen aller Beteiligten – hat hier im Raum schon sehr gut funktioniert. Meine Pläne und meine Kontakte – sei es personell oder medial – für die Umgebung, den Kreis Höxter und die ganze Idee gingen jetzt schon weit hinaus. Und es gab eine Reihe bemerkenswerter Kooperationsangebote, die im Verlauf zum Tragen hätten kommen können.

Wir erwarten, dass die Nutzung von Namen, Logo und Design auch seitens der Politik unterbunden wird, weil die Urheberschaft allen bis hinein in die Bevölkerung wohl klar ist. Wir erwarten auch die Rücknahme der Markenanmeldung. Ich sehe hier eine gemeinsame Verantwortung. Ebenso habe ich der Verwendung der Formulierung „Figura, initiiert von der Stiftung …“ widersprochen, die sich auf diversen Seiten finden lässt. Konzeption, Initiierung, Entwicklung und Aufbau des Projekts lagen nachweislich bei mir. So wie Logo und Design bei Susanne Wolf.

Abschließend danke ich und danken wir allen Menschen, Politikern, Förderern und Unterstützern ausdrücklich für Ihr Vertrauen, die vielfältig überraschend und beglückend waren und mit zu viel Zuversicht beitrugen.

„Die einen sehen das Rennpferd. Die anderen nur 180 kg Fleisch.“ Dies war die Reaktion eines lieben Bekannten und trifft den Kern.

Im Rheinland, wo ich lange lebte, sagt man „man muss auch jönne könne“. Ich gönne dem Verein ganz gewiss eigene Erfolge. Die Lorbeeren sollen aber auf eigener Anstrengung basieren.

Ich habe die Politik gebeten, ihrer Verantwortung gemäß die weitere Nutzung von Namen und Logo mit zu verhindern wie auch, die Markenrechte zurückzunehmen. Herrn Stickeln habe ICH als Schirmherrn gewonnen. Nachweislich. Und „übergangen“ wurde ich zwar, aber das Gefühl geht eher in Richtung dreiste Kaperung einer ggf. irgendwann mal lukrativen Idee – eigentlich bereits jetzt schon, denn 250.000€ sind keine Kleinigkeit. Die ganze Angelegenheit ist keine Kleinigkeit.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Anke Fabian

gez. Dipl. Des. Susanne Wolf